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Imad Karim – deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Fernsehjournalist und Filmautor. Er ist libanesischer Herkunft und seit Ende 1977 in Südwestdeutschland ansässig.

Joseph-Haydn Str. 7, 68165 Mannheim

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I LOVE WILLIAM

Jahrelang musste der kurdische Tankstellenwart Cemal auf seine Einbürgerung warten. Vergeblich. Bis eines Tages ihm Kaiser Wilhelm II. im Traum erschien. Dieser versprach ihm Hilfe von Oben, aber nur wenn Cemal einen Film über die Spuren Kaiser Wilhelms in Afrika macht. Und in der Tat ist Cemal Deutscher geworden. Er, der immer ein Fan von Kaiser Wilhelm war, möchte alles daran setzen, um sein Versprechen zu einzuhalten. Aus diesem Grund verwandelt er seine Tankstelle in ein Museum über Kaiser Wilhelm. Lebensgroße Portraits hängen überall in der Tankstelle, an der Zapfsäule. Kleine Spendendosen liegen ebenfalls überall. Sie sollen ihn, der vom Filmemachen überhaupt keine Ahnung hat, unterstützen – denn schließlich ist Kaiser Wilhelm II. auch ihr Kaiser. „Wissen Sie Ganzler gommt, Ganzler geht, aber Gaiser bleibt Gaiser. Und Gaiser Wilhelm ist Ihr und mein Gaiser.“ An seine Aussprache haben sich seine Kunden schon längst gewöhnt.

 

Kaum sind die Portraits Kaiser Wilhelms in der Tankstelle in Mannheim sichtbar, wird Cemal durch die örtlichen Medien und der Regenbogenpresse als schräger Vogel bekannt. Dennoch lässt er sich nicht beirren und unternimmt alles, um seinen Film zu machen. Er kontaktiert Ministerien, das Amt des Bürgermeisters, adelige Verbände, Burschenschaften, Vereine zur Wiederherstellung der Monarchie. Seine meist grotesk erscheinende Bitte führt nicht selten zum Rausschmiss. Nur durch ein Wunder kann er sein Versprechen einhalten. Hier muss wieder Kaiser Wilhelm handeln…

 

„I love William“ ist ein grotesker Film mit einer Mischung dokumentarischer Aufnahmen und inszenierter Spielhandlungen. Surrealistisch, exzentrisch und glossenhaft setzt sich der Film mit dem Thema „Ausländersein in Deutschland“ auseinander. In einer leichten bis absurden Komik möchte dieser Film für das „multikulturelle Zusammenleben“ sensibilisieren. Keine Tränen, keine Zeigefinger, keine Schuldigen, kein Opfer, sondern das Leben, der Alltag wie sind sind – hier, heute und jetzt.

REGIE:

Imad Karim

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