13. Mai 2016

Dieser Rassismus gegen die Deutschen, dieser Hass auf Deutschland und diese Plünderung...

... Deutschlands, all das machtlos mitansehen zu müssen, sind bisher, abgesehen vom privaten, familiären Bereich, die schwierigsten Momente meines bisherigen Lebens.

Es ist unerträglich!

Ich erlebte ähnliche Machtlosigkeit als ich den Libanon vor 39 Jahren verließ und nach Deutschland ging, um zu studieren aber auch, um dem damals sich barbarisch austobenden libanesischen Bürgerkrieg entkommen zu können. Meine Eltern finanzierten die ersten Jahre meines Studiums. Ich war weder als Flüchtling noch als Asylbewerber in Deutschland, sondern einfach als Student und dennoch ein Exilant.

"Einst ging Goethe von Deutschland nach Italien, um zu studieren. Das Gleiche machen deine Eltern mit dir. Sie schicken dich vom Libanon nach Deutschland, um zu studieren. Genau wie Goethe, als er Italien zum Studium bereiste", sagte mir mein Onkel, ein Kenner der Gedichte Goethes und Hafis, zum Abschied.

Dieser Onkel ist schon lange tot. Seine vielen Bücher wurden vom Feuer einer, zweier oder vielleicht hunderter Granaten gierig gefressen. Ich war nicht da, als der Onkel starb, nicht als die Eltern starben und auch nicht, als die Bücher meines Onkels brannten. Und dennoch bilde ich mir ein, der Geruch der verbrannten Bücher meines Onkels suchen seit geraumer Zeit und auf seltsame Weise, den Weg zu meiner schiefen Nase. Ein seltsamer Geruch, der immer stärker und stärker wird.

Ach, Deutschland, liebes, sanftes Land, ich liebe dich und ich halte dir die Treue, auch wenn deine eigenen Kinder mit ihren Dolchen wetteifern, wer dich am empfindlichsten treffen kann, um als "global hero" gefeiert zu werden.

Imad Karim 
13. Mai 2016

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