11. Februar 2017

Was soll aus der FB-Gruppe „Deutschland mon amour“ werden?
Bedrohungen, Diffamierungen, Betitelung als Rechtsradikaler, als freiheitsfeindlicher und ja sogar als ausländerfeindlicher Mensch gehören zum alltäglichen Repertoire, mit dem ich täglich konfrontiert werde.

Fernsehsender laden mich heute ein, dann morgen wieder aus!

Das wäre auch nicht so schlimm, wenn ich wenigstens mit der überwiegend herrschenden Meinung meiner hier lieb gewonnenen Zeitgenossen klarkommen würde. Nein, es war mir auch nicht gelungen, die meisten meiner demokratischen Mitkämpfer hier von meiner Position in Bezug auf die Gruppe zu überzeugen!

Mein Ziel war, diese Gruppe mit 100.000, ja sogar mit einer Million Mitgliedern zusammen aufzubauen, mit allen Menschen, die die verschiedenen Facetten unserer Gesellschaft hier und heute repräsentieren. Ich hatte gehofft, dass wir gemeinsam wieder lernen, miteinander Diskurse zu führen und für unsere Haltung gerade zu stehen, ohne den anderen zu diffamieren oder persönlich anzugehen. Ich habe wirklich gehofft, dass die Menschen aufwachen und endlich begreifen, dass sie den Eliten viele Jahrzehnte blind vertrauten und dass sie heute den Herrschenden auf die Finger schauen und alles kritisch hinterfragen sollen. Ja das habe ich gehofft!

Was soll ich sagen?
Nun, zur Verdeutlichung meines Anliegens stelle ich monologartig und in meinem inzwischen berühmten gebrochenen Deutsch die folgende Frage:
Was haben folgende Komponenten gemeinsam?

1. Die Stadt Mekka vor dem Islam
2. Das einst vor dem Islam stattfindenden jährliche Lyrikfestival "Souk Okaz" vor 1.500 Jahren
3. Unsere FB-Gruppe "Deutschland mon amour"
4. Das Deutschland von heute

Ich werde diese Frage nicht beantworten, sondern euch/Ihnen selbst diese Aufgabe überlassen, nachdem ich diese vier Vergleichskomponente vorgestellt habe.

1. Komponente: Mekka
Mekka, diese heute für Muslime heilige Stadt, deren Betreten seit über 1.388 Jahren für Nichtmuslimen strikt verboten ist, war vor dem Zeitalter des Islam eine offene, tolerante, multikonfessionelle und kosmopolitische Stadt. In Mekka lebten Juden, viele Juden, Christen der verschiedenen urchristlichen Gemeinden, auch welche vom großen christlichen Stamm der Ghasaseneh الغساسنة, die vor der oströmischen-byzantinischen Kirche verfolgt wurden, Angehörige dem Islam ähnlichen Saibia-Religion, Zarathustra-Anbeter und Angehörige vieler Naturreligionen. Es herrschte unter den verschiedenen Ethnien und Religionen aus dem damaligen Blickwinkel Frieden und Toleranz. Natürlich gab es gelegentlich Übergriffe (Gazia غزوة aus dem später der Begriff „Razzia“ hergeleitet wurde) aber man schaffte es immer wieder, den für alle geltenden Kodex "leben und leben lassen" aufrecht zu erhalten.

Die Kaaba von Mekka war das geistige Eigentum aller Pilger der verschiedenen Naturreligionen, aber materiell war Mekka das Eigentum der Mekkaner. Juden schenkten der Kaaba keine große Aufmerksamkeit und bei den Christen war es ähnlich, auch wenn innerhalb dieses Kaaba-Tempels Zeichnungen von christlichen Heiligen gelegentlich aufhängt wurden. Richtig geschätzt und geehrt wurde die Kaaba von den vielen Angehörigen der Naturreligionen. Jedes Jahr pilgerten viele „Götzenanbeter“ nach Mekka, um die Kaaba um zu umschreiten. Die „heidnischen“ Pilger waren allerdings nackt. Das ist der Grund, weshalb die muslimischen Mekka-Pilger heute kaum Kleider tragen, wenn sie bei ihrer Wallfahrt dabei sind.

Die Mekkaner waren kluge Geschäftsleute und sie verstanden es, die Kaaba und den darin enthaltenen Meteoriten-Schwarzstein gut zu vermarkten. Eine ganze Tourismusindustrie ist damals entstanden. Menschen verschiedener Ethnien, Sprachen und Hautfarben besuchten gleich einem "Oktoberfest" die Stadt jährlich und ließen viel Geld in der Stadt. Bis heute stellen die Einnahmen aus dem Pilgergeschäft, nach dem Export von Öl eines der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Saudi-Arabien dar.

Geopolitisch gesehen befanden sich die Stadt Mekka und die gesamte arabische Halbinsel im geistigen und politischen Aufbruch. Die inzwischen vergreisten klassischen Weltmächte Persien und Byzanz befanden sich in einem kräftezermürbenden Dauerkrieg. 

Geistig und moralisch waren die orientalischen Christen vom vom römischen Heidentum zum Christentum konvertierten römischen Kaiser Konstantin 300 Jahre zuvor enttäuscht worden. Konstantin hatte auf dem ersten Konzil von Nicäa das Christenbild der Urchristen abgelehnt und Jesus nach seinem Herrscherbild neu definiert.

In der Stadt Mekka tauchten viele Propheten auf und verschwanden wieder genauso schnell wie sie kamen. Jeder durfte der Allgemeinheit seinen Gott vorstellen. Heute nennt man das "Diversität". Die vielen Gottesverkünder gehörten zum multikulturellen Gesellschaftsbild von damaligen Mekka. Eine Art „public relations", mit einem Hauch von "Grünen" á la Claudia Roth. Als Mohammad zu Beginn des 7. Jahrhunderts auftauchte und auf Betreiben seiner Ehefrau Khadija, seine Religion, den Islam, zu verkünden begann, empfanden die Anderen seine Mission nicht als Bedrohung, sondern als sein quasi legitimes Recht im Rahmen des pluralistischen Gesellschaftsmodells jener Stadt Mekka von vor ca. 1.500 Jahren. Khadija hatte einen Cousin, namens Waraqa ibn Naufal, dieser war ein christlicher Priester, der Mohammad in der Anfangszeit seiner Missionierung unterrichtete. Manche Historiker meinen, Mohammad und Khadija hätten christlich geheiratet und somit sei das ein Grund, warum Mohammad erst nach Ableben Khadijas viele Frauen nebeneinander heiratete.

Mohammad konnte 12 Jahren ungestört missionieren. Am Ende hatte er in diesen fast 150 Monaten gerade mal 113 Anhänger gewinnen können. Mohammad war darüber beleidigt und in seinem missionarischen Eifer tief verletzt. Er ging nach Medina. Von dort aus startete er seinen Vernichtungskrieg gegen sämtliche Desinteressierte seiner von ihm gestifteten Religion. Drei Jahre später gab es weder in Mekka, noch im Hijazland (heute Saudi-Arabien) einen einzigen Juden, Christ oder Anhänger einer anderen Religion. Juden, Christen und alle anderen wurden ermordet, zwangsbekehrt oder vertrieben. Seitdher gibt es dort nur noch Muslime. Bis heute dürfen die islamischen Städte Mekka und Medina von Nichtmuslimen nicht mal betreten werden.

2. Komponente: Souk Okaz
Nicht weit von Mekka fand jedes Jahr und für zwei Wochen lang das Lyrikfestival der arabischen Dichter statt. Jeder durfte dort auftreten und seine Gedichte vortragen. Gute, weniger gute, schlechte und sogar grottenschlechte Dichter trugen ihre Poesie -­ oder das, was sie für Poesie hielten ­- vor. Nur die besten wurden vom Publikum gewürdigt. Als Zeichen der Ehrung hängten die Menschen sieben Werke von sieben Dichtern an den äußeren Wänden der Kaaba für ein Jahr lang auf. Nur wenn bessere Werke das Gefallen des Publikums fanden, wurden die alten abgehängt und die neuen aufgehängt. Jedenfalls war kein Dichter beleidigt, wenn neben ihm ein schlechter Dichter stand und seine miserablen Gedichte vortrug..

3. Komponente: unsere FB-Gruppe „Deutschland mon amour“
Auf dem Lyrikfestival von Okaz vor ca. 1.500 Jahre störte sich keiner, wenn ein schlechter, ja sogar grottenschlechter Dichter neben ihm stand. Heute in unserer Gruppe sind wir nicht bereit, andere Meinungen zu akzeptieren. Wir nennen jeden, der mit uns nicht der gleichen Meinung ist einen „Troll“. Gleichzeitig machen wir uns große Sorgen um Deutschland und die Freiheit. Was auf mich sehr befremdlich wirkt, ist die Tatsache, dass wir nicht einmal hier in der virtuellen Welt bereit sind, unsere Gruppe zu schützen und dafür zu sorgen, dass die Demokraten nicht weggehen. Wenn irgendwelche rechtsradikalen Meinungen auftauchen, gilt es, diese zu entlarven. Und wenn der- oder diejenige uneinsichtig bleibt, dann hat jeder die Möglichkeit den „Störer“ zu blockieren.

Nein stattdessen höre ich, ich müsste weg aus der Gruppe, weil ich diese negativen oder schlimmen Typen nicht mehr ertragen konnte. Frage lautet: Wenn wir uns hier von diesen Leuten vertreiben lassen, wie sollen wir der REALEN WELT begegnen? Indem wir intellektuellen Clubs gründen? Nein, Leute, die Zeit ist schnell, schneller als das Blut in unseren Adern. Ich denke, viele hier sind friedenstraumatisiert. Und bis sie therapiert sind, wird es ihn nicht mehr geben, den Frieden.

Leute, ich bin müde, sehr müde!
Ich frage euch: Was bringt euch und uns allen diese FB-Gruppe?

Die Zerstörung Deutschland schreitet fort und wir streiten hier, wen wir reinlassen oder rauswerfen sollen.

Ist die Gruppe überhaupt noch ein Ort, an dem man sich in Würde miteinander austauschen kann oder ist die Gruppe für die sehr Sensiblen unter uns unzumutbar geworden?

Bevor Ihr die Antwort formuliert, schlage ich vor, Ihr kauft euch eine kleine GoPro-Kamera im Internet für paar Euro, schnallt sie euch unauffällig an die Brust und lauft einen Tag lang durch eure Stadt. Danach lest Ihr meine Erzählungen vom einstigen vor-islamische Lyrikfestival und von der Geschichte Mekkas vor 1.500 Jahren noch einmal in Ruhe durch und schaut euch anschließend an, was eure Kamera aufgezeichnet hat. Danach sagt Ihr mir, was ich aus und mit „Deutschland mon amour“ machen soll.

Imad Karim
11. Feb. 2017

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