14. November 2017

DER PROTOKOLL DES SCHEITERNS

Wenn Hamed Abdel-Samad eine Bestandsaufnahme der politischen und gesellschaftlichen Situation macht, dann handelt es sich wirklich um eine Pflichtlektüre.

"DER PROTOKOLL DES SCHEITERNS: Weil man gescheitert ist, den Islam zu modernisieren, versucht man lieber die Moderne zu islamisieren, um es für Muslime schmackhaft zu machen!"

Von Hamed Abdel-Samad:

"Man ist überfordert mit der Integration, mit dem Islam und mit der Radikalisierung. Man weiß dass es viel Zeit, Geld und Mühe braucht, um die Fehler der Vergangenheit zu beheben. Und weil man weiß, dass es fast unmöglich ist, diese Fehler zu beseitigen, lässt man alles beim alten und beschönigt die Lage durch hilflose Aussagen wie "Der Islam gehört zu Deutschland" oder "Wir schaffen das". Man verlagert die Probleme woanders hin. Man heuert mehr muslimische Lehrerinnen und Lehrer, damit sie sich um muslimische Schüler kümmern. Der Gedanke dahinter ist, nur eine muslimisch-patriarchalische Autorität kann die Schieflage in unserem Bildungssystem einrenken. Man heuert mehr muslimische Polizisten damit sie sich um muslimische Straftäter kümmern. Auch hier wird nicht die staatliche, sondern die Stammes-Autorität als Lösung herangezogen. Man schickt muslimische Flüchtlinge an konservativen Moscheen und hofft dass sie sich um deren Integration kümmern. Man diskutiert über Burkinis und getrennte Schwimmzeiten für Frauen in Schwimmbädern und nennt das Integration. Man macht sogar eine Barbie mit Kopftuch, damit die kleinen muslimischen Kinder so früh wie möglich mit diesem Symbol der Emanzipation in Berührung kommen und wissen wie sich eine sittliche Frau ankleiden sollte. Und man versucht muslimische Kinder für die Wissenschaft zu begeistern indem man Legenden über muslimische Wissenschaftler erzählt, die kaum etwas mit dem Islam zu tun hatten.

Weil man gescheitert ist, den Islam zu modernisieren, versucht man lieber die Moderne zu islamisieren, um es für Muslime schmackhaft zu machen! Das ist "der Protokoll des Scheiterns", der Untertitel meines nächsten Buches!"

 

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